Heute ist Montag , der 30.11.2020

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Gesundheit
Aktualisiert am 30.04.2020 - 04:26

In das Wohlbefinden investieren

Geschäftsführer Landwehr © Diakoniestation Blaufelden

Die Diakoniestation Blaufelden kombiniert Personalentwicklung und Gesundheit. Wie der Träger das macht, erklärt Geschäftsführer Erwin Landwehr.

Die Diakoniestation Blaufelden erfasst ihre Leistungsdaten per Smartphone. Die Mitarbeitenden machen ein Häkchen in der Leistungserfassung, sobald ein Patient oder eine Patientin versorgt ist. Die Daten gehen gleich in die Abrechnung, für die Erfassung der Arbeitszeit und für die Pflegekasse. Im nächsten Schritt ist angedacht, dass jede Pflegekraft ihren Dienstplan per Smartphone aufrufen kann. Die Startinvestition in die mobile Datenerfassung mit Lizenzen, Software und Schulung wird sich schnell rechnen, weil im dezentralen System den neun Teams Fahrzeiten erspart und die Dienstwege der Beschäftigten in den sieben Kommunen kürzer werden.

Vorbehalte gegen Digitalisierung überwinden

Für die Teams hat die Diakoniestation eine Projektverantwortliche geschult, sodass die Mitarbeitenden immer eine Ansprechpartnerin haben. Als stellvertretende Pflegedienstleiterin gibt sie das digitale Know-how an die Beschäftigten weiter. Deren Schulung auf dem persönlichen Diensthandy geht nicht so tief ins Software-System und dauert einen halben Tag. Damit auch ältere oder technikferne Pflegekräfte die Vorbehalte gegen die digitalen Organisationsprogramme überwinden konnten, erhielten sie eine zusätzliche PC-Einweisung. So gelang es schnell, alle Pflegekräfte auf einen Wissensstand zu bringen. Die tatsächliche Arbeitserleichterung und die spürbare Senkung des Zeitdrucks sollen dazu beitragen, die digital unterstützte Arbeit Normalität werden zu lassen. 

Sport- und Gesundheitsangebote für gutes Betriebsklima

Damit wird auch das Ziel erreicht, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Die Diakoniestation Blaufelden versorgt ein flächenmäßig großes Gebiet. Die Mitarbeiterzahl ist mit rund 200 Angestellten und Ehrenamtlichen für eine Diakoniestation sehr hoch. Es gibt eine Betriebssportgruppe, die rege von den Mitarbeitenden frequentiert wird. Weitere Sportangebote und Gesundheitskurse sind dank des guten Beispiels der Sportgruppe angedacht. Diese kleinen Selbstverständlichkeiten tragen zum guten Betriebsklima und damit zur Zufriedenheit bei. Über Gesundheitskurse wie Pilates und Yoga wird in Mitarbeiterversammlungen gerade von Jüngeren diskutiert, um die belasteten Gelenke und den Rücken zu stabilisieren.

Selbstverständlich stehen Wasser und Säfte für die tägliche Arbeit bereit – nicht nur im Hitzesommer, sondern zu jeder Zeit. Ein Obstkorb ab und an fördert gesunde Ernährung, verschiedene Mitarbeiterfeste sorgen für gute Gefühle. Das gemeinsame Singen im Chor der Diakoniestation Blaufelden trägt zu Spaß, Ausgleich und Kommunikation untereinander bei.

Arbeitgeber übernimmt Kosten für Qualifizierung

Zur Personalentwicklung, aber auch zur Entlastung in der körperlichen Arbeit werden Spezialisierungen intern ausgeschrieben und ausgebildet: Wundmanagerin, Hygienefachkraft, Teamleiterin und Praxisanleiter. Für die Praxisanleitung kann sich der Mitarbeitende einen Schulträger aussuchen, die Kosten für die vierwöchige Qualifizierung übernimmt der Arbeitgeber. Auch die dreitägige Auffrischung für Praxisanleiter in der ambulanten Pflege, die künftig jedes Jahr Pflicht ist, trägt die Diakoniestation. Selbstverständlich werden außerdem Schulungen für alle Mitarbeitenden angeboten, wie zum Beispiel in der Kinästhetik, der Lehre der Bewegungsempfindung, oder Fahrsicherheitstraining. Als großes Plus bietet die Diakoniestation Blaufelden den Beschäftigten geistige Seelsorge und Beratung durch den örtlichen Diakoniepfarrer an.

Die Mischung aus Weiterbildungschancen und Gesundheitsaspekten in der täglichen Arbeit will die Diakoniestation schrittweise weiter ausbauen. Doch schon jetzt zeigt sich, dass guter Umgang miteinander, gegenseitiger Respekt und vor allem Ehrlichkeit auf allen Ebenen keine Management-Floskeln sind. Bei der Ehrung der Jubilare 2019 feierten etliche Mitarbeitende ihr zehn- und zwanzigjähriges Dienstjubiläum. Einzelne kamen gar auf 30 und 35 Jahre. Und die Fluktuation unter den Angestellten und Ehrenamtlichen kann man an einer Hand abzählen.

Erwin Landwehr ist Geschäftsführer der ambulanten Pflegedienste Diakoniestation Blaufelden und Diakoniestation Künzelsau.

landwehr(at)diakoniestation-blaufelden.de

© Wohlfahrt Intern