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Wettbewerbsanalyse
Aktualisiert am 17.02.2021 - 09:55

Strategisch im Wettbewerb positionieren

Vice President of Business Development Eisenreich © Home Instead

Home Instead besetzt mit stundenintensiver Pflege in der eigenen Wohnung eine Nische. Wie der private Anbieter die Lücke identifiziert hat, beschreibt Vice President of Business Development, Thomas Eisenreich.

Rund 15.000 ambulante Pflegedienste sind laut dem Branchendienst Pflegemarkt.com in Deutschland aktiv. Je Pflegedienst werden durchschnittlich 109 pflegebedürftige Personen versorgt. Auf dem ersten Blick ist der Markt somit abgedeckt. Doch Home Instead hat ein wachsendes Geschäftsfeld identifiziert und besetzt, indem wir den Markt konsequent analysiert und uns an den Kundenwünschen orientiert haben.

Home Instead ist seit 2014 als privater Anbieter im Markt der ambulanten Pflege tätig. Damals ein Newcomer gehört das Unternehmen Ende 2020 zu einem der etablierten Akteure: So haben wir inzwischen 140 Betriebe als Franchisenehmer in Deutschland, die mit rund 10 000 Mitarbeitenden gut 30 000 Kundinnen und Kunden betreuen. Die selbständigen Betriebe schließen unter unserer Dachmarke einen Vertrag mit den Pflegebedürftigen. Das Besondere ist dabei, dass Home Instead andere Dienste nicht verdrängt, sondern eine von den Kunden gesuchten Nische bedient, die von vielen klassischen Pflegediensten nicht abgedeckt wird: die stundenintensive Betreuung und Pflege in der eigenen Wohnung.

Marktattraktivität bewerten

Auf dem ersten Blick fällt auf, dass die Zahl der Personen mit Pflegebedarf stetig steigen. Dabei spielen zwei Entwicklungen eine Rolle: Erstens steigt die Zahl der hochaltrigen Menschen absolut und zweitens nimmt durch das steigende Lebensalter die statistische Wahrscheinlichkeit eines pflegerischen Unterstützungsbedarfes zu. So ist Destatis zufolge zwischen der Jahrtausendwende und heute die Zahl der Pflegebedürftigen Menschen um 70 Prozent gestiegen. Bei den über 75 Jährigen liegt die Pflegequote bei rund elf Prozent, bei den über 90 jährigen Personen schon bei 71 Prozent. Steigt jedoch gleichzeitig die Zahl der Anbieter, die die Versorgung abdecken, ergibt sich daraus kein Umfeld, in dem ein besonderes Wachstum aus eigener Kraft, also organisch realistisch ist. Es bedarf somit differenzierten Betrachtung, welche Angebotsbereiche Pflegeanbieter nicht oder nur marginal abdecken.

Kundenbedarfe analysieren

Die vorgegebene Differenzierung zwischen ambulant und stationär in der Pflegeversicherung macht deutlich, dass der Bedarf an Pflegeangeboten leistungsrechtlich nur sehr grob gedeckt wird. Diese Unterscheidung hat mit den von den pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen benötigten Unterstützungen oft nur partiell zu tun. Hier setzt Home Instead an. Unser Unternehmen konzentriert sich international und national auf die stundenintensive Betreuung und Pflege von Menschen in der eigenen Wohnung. Damit unterstützen wir den Kundenwunsch, möglichst lange in der gewohnten Umgebung zu verbleiben und können so die Sorge vor langen Aufenthalten in stationären Pflegeeinrichtungen nehmen.

Strategische Ausrichtung des Arbeitsmodells

Als Anbieter, der sich konsequent auf die stundenintensive Betreuung mit angestellten Mitarbeitenden konzentriert, können wir den Wunsch der Menschen nicht immer alleine erfüllen, in der eigenen Wohnung selbstbestimmt auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf zu verbleiben. Home Instead setzt deshalb für sein Betreuungskonzept auf ein gelebtes Bezugspflegesystem. Die Betreuungskräfte betreuen und pflegen die Kunden im Umfeld ihres Wohnortes. Über ein IT-gestütztes Matching werden die Wünsche der Kunden und die Mitarbeitendenprofile abgeglichen. Dazu gehören Zeiten, Interessen, Unterstützungsbedarfe und besondere Vorlieben. So findet beispielsweise ein Einsatz auf einer hochgelegenen Alm statt. Dort leisten wir nicht nur Grundpflege, sondern unterstützen die Seniorin auch bei ihrem Alltag. Einen Fuhrpark wie ihn klassische Pflegedienste haben, gibt es bei Home Instead fast nicht. Aufgrund dieser über Jahre immer weiter optimierten Spezialisierung bedarf es kooperativer Modelle, um die Kundenwünsche zu erfüllen. Der von Home Instead angewendete  kooperative Conciergeansatz ermöglicht den Kunden, ihre Bedarfe bei einem Ansprechpartner zu äußern und gegebenenfalls mit anderen Dienstleistern und Pflegeanbietern zusammengearbeitet werden kann. Das dieser Ansatz funktioniert, zeigt die jährliche Abfrage der Mitarbeitenden- und Kundenzufriedenheit: 92 Prozent der Kunden und mehr als 87 Prozent der Mitarbeitenden sind sehr zufrieden. 

Die Autoren:

Thomas Eisenreich ist Vice President of Business Development bei Home Instead

Thomas.Eisenreich(at)homeinstead.de

Tilman Heitbrink ist Business Performance Director bei Home Instead

Tilman.Heitbrink(at)homeinstead.de

 

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