Inspirationsreise

Nachahmen erwünscht

Die Caritas Essen stattet der Caritas Wien einen Besuch ab. Das Ziel: Anregungen für die eigene Arbeit holen. Für die Caritasdirektorin Sabine Depew ist der analoge Austausch Teil des Innovationsmanagements.

Caritasdirektorin Depew © Caritasverband für das Bistum Essen

Allein schon Magdas Hotel der Caritas Wien ist eine Reise wert. Das Haus inspiriert: inklusiv,  nachhaltig, von Flüchtlingen betrieben. Der Raum ist der dritte Erzieher, sagt man in der Pädagogik. Eine gute Basis also für den Austausch mit den Caritas-Kollegen in Wien. Unser Ziel: die eigene Arbeit reflektieren, analysieren und modernisieren. Die Ideen und Taten anderer können inspirieren. Wenn die Ziele im Vorfeld definiert werden, gelingt die Inspirationsreise als Teil des Innovationsmanagements. Analoger Austausch und digitale Vor- und Nachbereitung wirken effizient.

Nicht alles eins zu eins übertragen

Das Team, das am Austausch teilnimmt, verteilt Rollen zu Organisation, Dokumentation und Social Media-Aktivitäten. Es legt ein Budget fest. Die digitalen Netzwerke helfen, mit Menschen in Kontakt zu kommen, Zugänge zu Institutionen, Orten oder anderen Menschen zu erlangen. Wir sind zu sechst nach Wien gefahren, mit Mitarbeitenden aus den Arbeitsfeldern Controlling, wirtschaftliche Beratung, Fundraising, Finanzen und Fördermittel.
Beim Austausch selbst ist die Kunst, zu verstehen, wie die Organisation tickt. So lässt sich begreifen, warum es funktioniert. Es geht nicht darum, alles eins zu eins zu übertragen, sondern das Ganze zu erfassen: gut zuhören, möglichst mit allen Sinnen, verstehen, aufschreiben.

Nachhaltige Kontakte entstehen

Das Management in Wien arbeitet im Coworking-Space, nicht vereinzelt in Büros. Teamklausuren unterliegen dort der soziokratischen Methode, in der Teams ihre Beschlüsse transparent unter Beachtung aller Einwände fassen, machbare Lösungen den perfekten vorziehen und zu einem vereinbarten Zeitpunkt überprüfen, was sich verbessern lässt. Die Caritas Essen will sie einführen. Überall ist ein kreativer Caritas-Spirit zu bemerken, Begeisterung für das eigene Tun. Menschen, denen man begegnet, sind Vorbilder und Modelle. Sie nehmen ihrerseits Ideen auf. So entstehen nachhaltige Kontakte, die etwa über Social Media weiter gepflegt werden können.

Ich schreibe nach der Reise meine Notizen ins Reine, checke, was davon für uns in Frage kommt und entwickle die Neugestaltung. Im Team lassen sich die Erkenntnisse gemeinsam bewerten und um neue Aspekte ergänzen. Wir haben in Wien viel über die Stiftung und gutes Spendenmarketing gelernt und nehmen die Anregungen im Konzept zum strategischen Finanzmanagement auf. Wir nutzen seit der Reise Social Media für Fundraising. Kleinere Projekte wie das Christkindlprojekt, in dem sich Freiwillige für Benachteiligte engagieren, können wir nachahmen. Die Caritas in Wien betreibt aktiv und emotional Social Influencing. Auch davon lernen wir.

Umsetzung überprüfen

Über Social Media beteiligen wir die Daheimgebliebenen schon während der Reise virtuell. Während der Inspirationsreise oder kurz danach kann ein Aha-Erlebnis eintreten, das im Kopf alle Puzzlesteine zum neuen Ganzen zusammensetzt. Das ist vielleicht das Größte, was durch eine solche Reise geschehen kann. Gut ist, nach drei Monaten zu überprüfen, wie weit die Umsetzung gekommen ist, und spätestens nach einem Jahr oder vor der nächsten Inspirationsreise wieder eine Überprüfung vorzunehmen. In jedem Fall wird es so sein, dass die Reise etwas mit einem macht. Persönlich und für die Organisation. Sie verändert, wandelt, erneuert.


Die Autorin

Sabine Depew ist Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands für das Bistum Essen.
sabine-depew(at)caritas-essen.de

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