Krankenhaus-Studie

Kliniken verpassen Chancen der Digitalisierung

Deutsche Krankenhäuser nutzen die Chancen der Digitalisierung und Vernetzung bislang nur unzureichend. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Branchenberaters ‚PriceWaterhouseCoopers‘.

FRAKNFURT/MAIN - Insbesondere bei der elektronischen Übermittlung von Befunden, Patientenbriefen und Laborergebnissen an Ärzte, Krankenkassen oder andere externe Akteure gerieten deutsche Kliniken dabei ins Hintertreffen, so die Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft ‚PriceWaterhouseCoopers‘  (PwC).

Mangel an IT-Infrastruktur

Ein umfassender elektronischer Datenaustausch scheitere oft bereits an der IT-Infrastruktur: Nur sechs Prozent der Kliniken mit Akutversorgung seien mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens auf regionaler oder nationaler Ebene vernetzt. In Dänemark, Island und Schweden gelte dies hingegen für gut 50 Prozent der Häuser. In der gesamten  EU seien sind immerhin 15 Prozent der Kliniken in ein übergreifendes IT-Gesundheitsnetzwerk eingebunden.

Kaum umfassende elektronische Patientenakten

Auch bei der Digitalisierung interner Daten gerieten deutsche Kliniken in Rückstand, so die PWC-Studie. Eine umfassende elektronische Patientenakte, die Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse für alle beteiligten Ärzte zugänglich mache, gebe es nur in rund zwei von drei deutschen Kliniken. Gut jede siebte deutsche Klinik der Akutversorgung verfüge indes sogar überhaupt keine Patientenakten in elektronischer Form.

Digital-Technologie würde Ärzte entlasten

„Durch die konsequente Nutzung digitaler Technologien ließen sich erhebliche Effizienzreserven heben. Der Informationsaustausch zwischen Kliniken und ambulanten Akteuren würde durch die Vernetzung schneller und sicherer, Ärzte und Gesundheitspersonal würden im Klinikalltag von administrativen Aufgaben entlastet“, ist sich Michael Burkhart, PwC-Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma, sicher. Doch schreckten viele Krankenhäuser oder auch deren Träger vor den notwendigen Investitionen zurück, da sich diese erst mittel- bis langfristig auszahlten, so der Gesundheitsexperte.

Die Studie unter dem Titel 'European Hospital Survey – Benchmarking Deployment of eHealth Services’ hat PwC  im Auftrag der europäischen Kommission erstellt.  ols

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