Entwicklung I

Frühes Feedback hilft

In der Sozialwirtschaft ist das agile Mindset noch nicht wirklich angekommen. Dabei können sich die Ergebnisse der modernen Arbeitsweise sehen lassen, zeigt Christin Domin von der Digitalagentur Flyacts mit einem ihrer Projekte.

Marketing-Managerin Domin © Flyacts

Agile Methoden mit ihren kollaborativen und interdisziplinären Arbeitsstrukturen gewähren ein Höchstmaß an Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit, um sowohl Kundenbedürfnisse als auch die gesetzlichen Anforderungen zu Gesundheit, Pflege und Teilhabe zu erfüllen. Doch in der Sozialwirtschaft wird dieses agile Mindset bislang erst in Ansätzen genutzt.

Das liegt nicht zuletzt an den Vorgaben der Fördermittelgeber, ohne die sich digitale Projekte in Sozialunternehmen selten umsetzen lassen. Die Ausschreibungen, über die die meisten Projekte vergeben werden, verlangen konkrete Angaben zu Verwendung, Funktionen und Budget des digitalen Projekts. Die Anforderungen passen jedoch häufig nicht zum agilen Prozess. Und so halten sich veraltete sozialwirtschaftliche Mechanismen hartnäckig.

Mit erster Version experimentieren

Die Jenaer Digitalagentur Flyacts hat sich dem agilen Mindset komplett verschrieben. Die Firma zeigt bei der Zusammenarbeit mit der Auftragsfirma Pflegeplatzmanager, wie eine solche agile Arbeitsweise aussehen kann. Ein sogenanntes Scrum-Team, bestehend aus fünf Entwicklern, einem Product Owner, Scrum Master, Designer und Tester, erarbeitete in nur vier Monaten eine erste Version der Plattform Pflegeplatzmanager mit grundlegendem Funktionsumfang. Diese erste Version ermöglichte Auftraggeber und Nutzern, mit der Plattform zu experimentieren und sie zu bewerten.

Ihr Feedback war Ausgangslage für die kontinuierliche Weiterentwicklung. Über Sprints mit konkreten Zwischenzielen, Scrum Board für die anstehenden Aufgaben und die treibenden Rollen von Product Owner und Scrum Master, die die Arbeitsweise, Fortschritte und Termine transparent machten, optimierte Flyacts das Produkt – im ständigen Abgleich mit der Produktvision.

Pflegeplätze schnell vermittelt

Das Ergebnis dieser agilen Projektorganisation und Produktentwicklung kann sich sehen lassen: Die Plattform Pflegeplatzmanager schafft die technische Möglichkeit, Patienten und Pflegeeinrichtungen innerhalb weniger Stunden miteinander zu verbinden und gestaltet damit den Entlassungsprozess in Krankenhäusern effizienter und zufriedenstellender. Nach einer sechsmonatigen Pilotphase mit über 140 stationären Pflegeeinrichtungen und zehn Kliniken in Thüringen und Sachsen bietet die Plattform nun eine schnelle und unkomplizierte Vermittlung von Plätzen.

Im Durchschnitt dauert es weniger als eine Stunde, bis das erste Pflegeplatzangebot beim Fallmanager des Krankenhauses eingeht. Für Patienten, deren Angehörige und Pflegeeinrichtungen bedeutet dies einen enormen Gewinn – zeitlich, nervlich und, nicht zu vergessen: gesundheitlich.


Die Autorin

Christin Domin ist Marketing-Managerin der Digitalagentur Flyacts in Jena.
christin.domin(at)flyacts.com

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