Georg Falterbaum

Von der Baustoffindustrie zur Caritas

Georg Falterbaum begann seine berufliche Karriere fernab von der Sozialwirtschaft. Vor 15 Jahren entschied er sich für einen Schnitt. Heute ist er Direktor der Caritas München und Freising.

Caritasdirektor Falterbaum © Caritasverband der Erzdiözese München und Freising

Alter: 55
Arbeitgeber: Caritasverband der Erzdiözese München und Freising
Funktion: Caritasdirektor
Ausbildung: Betriebswirtschaftslehre (Diplom)

„Ich wollte etwas machen, das stärker mit Menschen zu tun hat“, sagt Georg Falterbaum über seine Entscheidung, nach 13 Jahren in der Baustoffindustrie zur Caritas zu wechseln. Er habe nach einem Job gesucht, der sinnstiftender ist. Nicht, dass seine Arbeit zuvor unsinnig gewesen sei, betont er. Aber er habe sich irgendwann die Frage gestellt, ob ihn sein Job noch viele Jahre mit Begeisterung erfüllen kann.

2004 fing der gebürtige Kölner als Geschäftsführer beim Caritasverband für Schleswig Holstein in Kiel an. Ab 2011 war Falterbaum Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands für den Rhein-Erft-Kreis, seit 2016 ist er beim Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. 2018 wurde er Direktor des Verbands. Warum er nicht bei einem Caritasverband geblieben ist?  „Es haben sich immer wieder weitergehende Aufgaben und Herausforderungen in der Caritas ergeben“, antwortet der 55-Jährige. In Schleswig-Holstein sei alles ziemlich überschaubar gewesen, im Rhein-Erft-Kreis war der Caritasverband ein namhafter Träger, aber ohne spitzenverbandliche Kompetenz. In München würden beide Bereiche zusammenkommen.

Ende 2018 gewann die Wan-derausstellung ,Only Human. Leben. Lieben. Mensch sein.‘, die vor allem Geflüchtete und Migranten über sexuelle Gesundheit und Geschlechterrollen informieren will, den Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung. Darauf sei er sehr stolz, sagt Falterbaum. Vor allem, weil es hier um ein Thema gehe, mit der die Caritas nicht unbedingt in Verbindung gebracht wird. „Wenn wir über neue Kita-Konzepte sprechen, klatschen alle“, sagt der Caritasdirektor. Bei sexuell übertragbaren Krankheiten eher nicht. Es sei deshalb toll, dass sich Bayern mit der Auszeichnung zu solchen Themen bekennt.

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