Jeanne Nicklas-Faust

Einsatz für Menschen mit Behinderung

Als sie noch Ärztin war, setzte sich Jeanne Nicklas-Faust ehrenamtlich für die Lebenshilfe ein. Ihre geistig behinderte Tochter gab den Impuls für das Engagement. Heute ist Nicklas-Faust Geschäftsführerin des Verbands.

Geschäftsführerin Nicklas-Faust © Bernd Lammel

Alter: 55
Arbeitgeber: Bundesvereinigung Lebenshilfe
Funktion: Geschäftsführerin
Ausbildung: Medizin (Promotion und Fachärztin)

„Ich war sehr gerne Ärztin, das war mein Traumberuf“, sagt Jeanne Nicklas-Faust. Die 55-Jährige war 20 Jahre lang Ärztin, nebenbei engagierte sie sich ehrenamtlich bei der Lebenshilfe. Grund dafür war die Jüngere ihrer beiden Töchter, die mit einer schweren geistigen Behinderung lebt.

Nicklas-Faust wollte sich gesellschaftlich wirksam für die Teilhabe und Wertschätzung von Menschen mit Behinderung einsetzen. Die Lebenshilfe war der geeignete Ort. Schließlich wurde sie ehrenamtlich stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands. „Als der Vorstand nach einer Nachfolge für die Bundesgeschäftsführung suchte, kam der Vorschlag, dass ich das machen könnte“, sagt Nicklas-Faust. Sie ließ sich an der Hochschule beurlaubenund nahm die Herausforderung an.

Für die Lebenshilfe entschied sie sich, weil der Verband die größte politische Interessensvertretung für Menschen mit geistiger Behinderung sei. In die Medizin zurückzukehren, kann sich die Geschäftsführerin ebenfalls vorstellen. „Zu wissen, dass ich einen Beruf habe, zu dem ich zurück kann und den ich mag, ist beruhigend“, sagt sie. Nicklas-Faust war zwischen 2005 und 2010 Professorin an der Evangelischen Hochschule. Junge Menschen auf dem Weg in den Beruf zu begleiten fand sie sehr bereichernd – und vortragen liege ihr.

Als Geschäftsführerin der Lebenshilfe beschäftigt sie zurzeitvor allem die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes wie die Reformen des Betreuungsrechts und der Kinder- und Jugendhilfe. Für die Zukunft sei wichtig, wie  die Lebenshilfe bundesweit als Selbsthilfe- und Familienverband erfolgreich für Menschen mit Behinderung da sein kann. Die Formen des Engagements seien heute anders als bei Gründung der Bundesvereinigung  vor 60 Jahren.

An den Wochenenden verbringt Nicklas-Faust Zeit mit ihrer erwachsenen, geistig behinderten Tochter, dies eröffne einen anderen Blick auf das Leben. Viel Freude mache ihr auch die kleine Enkeltochter. Zur Erholung taucht die Geschäftsführerin gerne. „Dabei gewinnt man Abstand von allem und versinkt in eine andere Welt“, sagt Jeanne Nicklas-Faust. 

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