Jochen Hartung

"Krankenhäuser sind keine Schraubenfabriken"

Jochen Hartung ist Geschäftsführer von BPG Münster. Ihn reizt vor allem der besondere Beratungsbedarf von Gesundheitsunternehmen.

BPG-Chef Hartung © BPG Münster

Alter: 59
Arbeitgeber: BPG Münster
Funktion: Geschäftsführer
Ausbildung: Agrarwissenschaften (Diplom)

Jochen Hartung hat bis 1984 Agrarwissenschaften studiert. „Das war zu der damaligen Zeit die Welle, die so lief: Zurück zur Natur, wir sind alle grün“, erzählt er. Da habe er gedacht, Agrarwissenschaften würden ganz gut passen. Doch die beruflichen Perspektiven entsprachen nicht ganz seinen Vorstellungen und so fing Hartung bei einer Wirtschaftsprüfersozietät in Hamburg an. Hier machte er das Steuerberater- und Wirtschaftsprüferexamen.

Ende der Neunzigerjahre arbeitete Hartung bei einer Tochtergesellschaft von Pricewaterhouse Coopers (PwC) und kümmerte sich als Wirtschaftsprüfer um Krankenhäuer und Stadtwerke. Als PwC die Gesellschaft komplett aufkaufte und die Mitarbeitenden Hartung zufolge viele Freiheiten verloren, suchte die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft BPG Münster gerade einen neuen Geschäftsführer mit Erfahrung im Gesundheitsbereich. 2001 startete der heute 59-Jährige in Münster und führt das Unternehmen bis heute.

Welche besondere Aufgaben Beratungs- und Prüfungsgesellschaften wie die BPG Münster in der Sozialwirtschaft haben, erklärt Hartung so: „Krankenhäuser sind keine Schraubenfabriken. Da wird kein Stahl verarbeitet, es geht um Menschen.“ Und wenn es um Menschen geht, seien Prozesse komplizierter zu vereinheitlichen. Organisationsabläufe im OP-Saal ließen sich zum Beispiel nicht so einfach optimieren wie Maschinen. „Deshalb gibt es in der Gesundheitsbranche einen besonderen Beratungsbedarf, man muss fachliches Know-how mitbringen“, erklärt Hartung.

Um dieses Know-how zu verbreitern und als Unternehmen weiter zu bestehen, muss auch die BPG Münster über Optimierung nachdenken. Deshalb hat sie sich im Sommer letztes Jahr mit Solidaris zusammengeschlossen. „Wir als kleinerer Anbieter können nur dann unsere Marke erhalten, wenn wir uns mit einer größeren Gesellschaft zusammentun“, sagt der BPG-Chef.

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