Markus Freiburg

Heiratsvermittler zwischen Gründern und Investoren

Mit seiner Agentur Fase unterstützt Markus Freiburg junge Sozialunternehmen bei der Finanzierung. Die Wohlfahrt sieht er als Partner bei der Skalierung von Projekten.

Fase-Gründer Freiburg © Fase

Alter: 39
Arbeitgeber: Fase – Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship
Funktion: Gründer und Geschäftsführer
Ausbildung: Wirtschaftswissenschaft (Promotion), European Studies (Master)

Wenn Sozialunternehmen Geld brauchen, können sie sich an Markus Freiburg und seine Agentur Fase wenden. „Wir unterstützen beim Erwerben von rückzahlbarem Wachstumskapital, damit sich Geschäftsmodelle mit gesellschaftlicher Wirkung weiterentwickeln können“, erklärt der promovierte Wirtschaftswissenschaftler. Dafür nutzt Fase ein Netzwerk von sozial engagierten Investoren. „Wir sind also eine Art Heiratsvermittler“, beschreibt Freiburg seine Arbeit. Seit seiner Gründung 2013 hat Fase über 20 Millionen Euro wirkungsorientierte Investitionen für Sozialunternehmen eingeworben. Eines von ihnen ist Discovering Hands. Es bildet blinde Frauen für medizinische Tastuntersuchungen in der Brustkrebsvorsorge aus.

Mit noch nicht einmal 40 Jahren hat Freiburg in sehr vielen Bereichen Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel in der Kommunalpolitik. In seinem Geburtsort Xanten war er Mitte der Neunzigerjahre Vorsitzender der Jungen Union. Zu der Zeit wurde erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Der Kandidat der Jungen Union gewann, Freiburg war eine Zeit lang im Stadtrat. Parallel zu seinem Studium der Wirtschaftswissenschaft absolvierte Freiburg einen Master in European Studies an der Universität in Cambridge. Seine Doktorarbeit schrieb er im Rahmen eines Fellow-Programms von Mc Kinsey, wo er ab 2005 als Berater unter anderem in der Telekommunikation, High Tech und im öffentlichen Sektor arbeitete. „In meiner Doktorarbeit habe ich mich damit beschäftigt, welche Rolle Vertrauen und soziale Beziehungen bei Investitionsentscheidungen von institutionellen Investoren für Private-Equity-Fonds spielen“, sagt Freiburg.

Während seiner Promotion kam er in Kontakt mit Ashoka, der weltweit führenden Non-Profit-Organisation zur Förderung sozialen Unternehmertums. Ashoka wollte eine Finanzierungsagentur aufbauen und Freiburg als Mitgründer gewinnen. „Für Sozialunternehmen ist es nach der Gründung oft schwierig, eine Wachstumsfinanzierung zu finden“, erklärt Freiburg. Durch dieses sogenannte ,Tal des Todes‘ wollte Ashoka jungen Sozialunternehmen mit dem Aufbau von Fase helfen. Freiburg wechselte Anfang 2013 zu Ashoka, Ende des Jahres wurde Fase als Tochtergesellschaft gegründet.

Die Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden ist noch ausbaufähig. Kontakt habe es bei Diskussionen über einzelne Projekte aber schon gegeben. „Der Finanzierungsdruck ist bei den Verbänden nicht ganz so groß, sie können die Finanzierung oft aus Eigenmitteln stemmen“, sagt der Fase-Chef. Aber er sei offen für die Wohlfahrt, vor allem als Finanzierungspartner bei der Skalierung von Projekten sozialer Gründer.

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