Harald Schmitz

"Finanzierung war schon immer mein Thema"

Harald Schmitz war Berater, Chef eines katholischen Gesundheitskonzerns und ist heute Vorstandsvorsitzender der Bank für Sozialwirtschaft. Er kennt die Branche aus allen Perspektiven.

Vorstandsvorsitzender Schmitz © Bank für Sozialwirtschaft

Alter: 54
Arbeitgeber: Bank für Sozialwirtschaft
Funktion: Vorstandsvorsitzender
Ausbildung: Betriebswirtschaftslehre (Promotion), Kaufmann im Groß- und Einzelhandel

Weil er schon seit seinem 15. Lebensjahr im Betrieb seiner Eltern mitarbeitete, einer Firma für Bautenschutz, bekam Harald Schmitz eine Sonderzulassung für die Prüfung zum Großhandelskaufmann. „Ich konnte die geforderten fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen und deshalb parallel zu meinem BWL-Studium die Kaufmannsprüfung ablegen“, erklärt der 54-Jährige. Wenn die Eltern einen eigenen Betrieb haben, arbeite man ohnehin mit, wenn auch nicht immer ganz freiwillig. Dies habe ihm jedoch eine bodenständige Ausbildung ermöglicht.

Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Reserveoffizier und seinem Studium in Köln und Rotterdam wollte Schmitz eigentlich Wirtschaftsprüfer werden und stand kurz vor seinem Examen, als er das Angebot bekam, die Beratungsgesellschaft Gebera zu übernehmen, die damals im Krankenhausbereich führend war. Nach neun Jahren brachte Schmitz seine Anteile an Gebera in das internationale Beratungsunternehmen Deloitte ein, wo er als Partner einstieg. „Ich war dann international viel für Deloitte unterwegs, von Brasilien bis Kasachstan“, erzählt Schmitz.

Irgendwann wurden ihm und seiner Familie die internationalen Geschäftsreisen allerdings zu viel und mit 46 wechselte Schmitz als Mitglied der Geschäftsführung zur Marienhaus Holding, einem der größten katholischen Träger im Gesundheitswesen. „Ich dachte eigentlich, ich wäre angekommen, als ich Chef eines so großen und renommierten Unternehmen in meiner Heimatregion war“, sagt Schmitz. 2010 nahm er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln an und wurde dort später Honorarprofessor für Management im Gesundheitswesen.

Doch dann kam das Angebot, Vorstandsvorsitzender der Bank für Sozialwirtschaft zu werden. Er habe erst gedacht, dass er das nicht könne, die größte Fachbank der Sozialwirtschaft zu leiten, mit einer Bilanzsumme von mehr als acht Milliarden Euro. „Aber Finanzierung war schon immer mein Thema, sei es als Wirtschaftsprüfer, Berater oder Manager eines Gesundheitskonzerns“, erklärt Schmitz.

Außerdem war der promovierte Betriebswirtschaftler Projektleiter auf Bundesebene bei der Einführung der DRG-Fallpauschalen und in der Branche bekannt. Das Angebot war zu interessant, um es auszuschlagen. „Man hat jemanden wie mich an die Spitze der Bank geholt, weil ich auf Augenhöhe mit den Trägern reden kann, ihre Bedürfnisse kenne“, sagt er. Ein klassischer Banker hätte diese Kompetenzen nicht mitgebracht.

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