Wolfgang Stadler

Die Wohlfahrt kann innovativ sein

Wolfgang Stadler hat 2005 ein erfolgreiches Sozialunternehmen gegründet. Als Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands kämpft er seit vielen Jahren für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege.

Vorstandsvorsitzender Stadler © Claus Schunk

Alter: 65
Arbeitgeber: AWO Bundesverband
Funktion: Vorstandsvorsitzender
Ausbildung: Soziologie (Diplom)

Wolfgang Stadler ist nicht nur Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands, sondern auch Geschäftsführer der AWO Lifebalance. 2005 gründete er das Unternehmen, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem bei der Suche nach Betreuungsangeboten für ihre Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen unterstützt. „Mitarbeitende eines Betriebes, mit dem wir einen Vertrag haben, unterstützen wir, wenn sie zum Beispiel in Kiel arbeiten, aber die Eltern in München wohnen und dort Pflege benötigen“, erklärt Stadler. Die Anfrage wird dann an lokale AWO-Träger weitergegeben, die nach passenden Angeboten suchen.

AWO Lifebalance ist Stadler zufolge in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, viele große Unternehmen und alle Bundesministerien seien Kunden. Darauf sei er stolz. „Wenn der Wohlfahrt manchmal fehlender Innovationswille vorgeworfen wird, verweise ich gern auf AWO Lifebalance“, sagt der 65-Jährige. Er sei mit seiner Idee damals vom üblichen Geschäft der AWO abgewichen, habe früh den Bedarf erkannt, etwas Neues ausprobiert und Erfolg damit gehabt.

Als Stadler AWO Lifebalance 2005 gründete, war er Geschäftsführer des AWO Bezirksverbands Ostwestfalen-Lippe. Seit 2010 ist er Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands. Eine Ausschreibung gab es nicht, er wurde für die Stelle angesprochen und habe erfreut zugesagt. Der Sohn einer Kauffrau und eines Kaufmannes absolvierte schon seinen Zivildienst bei der AWO. Beim Kreisverband Bielefeld hat er Altenclubs betreut, Vortragsveranstaltungen durchgeführt und Ausflüge organisiert. „Ich habe damals die AWO kennen und schätzen gelernt“, erzählt Stadler.

Dieses Jahr feiert die AWO ihren 100. Geburtstag. Der Verband setze sich deshalb gerade viel mit seiner Gründungsphase und seiner Gründerin, Marie Juchacz, auseinander. „Sie war die erste Frau, die im Parlament gesprochen hat“, sagt Stadler. Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit sei auch heute noch viel zu tun, gerade im Bereich Lohngleichheit. Was Stadler noch wichtig ist: ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag in der Pflege. Diese Debatte habe die AWO schon 2012 begonnen. Er sei froh, dass sie jetzt auch in der Politik und Öffentlichkeit angekommen ist. „Wenn wir diesen Tarifvertrag vor meiner Rente erreichen, wäre das super“, sagt Stadler.

zurück | drucken

Frage des Monats

Immer mehr Unternehmen achten auf Klimaschutz. Wie ist Ihre CO2-Bilanz?

Sehr gut

Gut

Ausreichend

Mangelhaft

Weiß nicht


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Wissen

Wie Träger Know-how im Unternehmen halten, verwalten und verbreiten

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen