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Wolfgang Stadler
Aktualisiert am 12.02.2019 - 13:00

Die Wohlfahrt kann innovativ sein

Vorstandsvorsitzender Stadler © Claus Schunk

Wolfgang Stadler hat 2005 ein erfolgreiches Sozialunternehmen gegründet. Als Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands kämpft er seit vielen Jahren für einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Pflege.

Alter: 65
Arbeitgeber: AWO Bundesverband
Funktion: Vorstandsvorsitzender
Ausbildung: Soziologie (Diplom)

Wolfgang Stadler ist nicht nur Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands, sondern auch Geschäftsführer der AWO Lifebalance. 2005 gründete er das Unternehmen, das Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem bei der Suche nach Betreuungsangeboten für ihre Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen unterstützt. „Mitarbeitende eines Betriebes, mit dem wir einen Vertrag haben, unterstützen wir, wenn sie zum Beispiel in Kiel arbeiten, aber die Eltern in München wohnen und dort Pflege benötigen“, erklärt Stadler. Die Anfrage wird dann an lokale AWO-Träger weitergegeben, die nach passenden Angeboten suchen.

AWO Lifebalance ist Stadler zufolge in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, viele große Unternehmen und alle Bundesministerien seien Kunden. Darauf sei er stolz. „Wenn der Wohlfahrt manchmal fehlender Innovationswille vorgeworfen wird, verweise ich gern auf AWO Lifebalance“, sagt der 65-Jährige. Er sei mit seiner Idee damals vom üblichen Geschäft der AWO abgewichen, habe früh den Bedarf erkannt, etwas Neues ausprobiert und Erfolg damit gehabt.

Als Stadler AWO Lifebalance 2005 gründete, war er Geschäftsführer des AWO Bezirksverbands Ostwestfalen-Lippe. Seit 2010 ist er Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbands. Eine Ausschreibung gab es nicht, er wurde für die Stelle angesprochen und habe erfreut zugesagt. Der Sohn einer Kauffrau und eines Kaufmannes absolvierte schon seinen Zivildienst bei der AWO. Beim Kreisverband Bielefeld hat er Altenclubs betreut, Vortragsveranstaltungen durchgeführt und Ausflüge organisiert. „Ich habe damals die AWO kennen und schätzen gelernt“, erzählt Stadler.

Dieses Jahr feiert die AWO ihren 100. Geburtstag. Der Verband setze sich deshalb gerade viel mit seiner Gründungsphase und seiner Gründerin, Marie Juchacz, auseinander. „Sie war die erste Frau, die im Parlament gesprochen hat“, sagt Stadler. Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit sei auch heute noch viel zu tun, gerade im Bereich Lohngleichheit. Was Stadler noch wichtig ist: ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag in der Pflege. Diese Debatte habe die AWO schon 2012 begonnen. Er sei froh, dass sie jetzt auch in der Politik und Öffentlichkeit angekommen ist. „Wenn wir diesen Tarifvertrag vor meiner Rente erreichen, wäre das super“, sagt Stadler.

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