Jürgen Mathuis

"Die Kirche hat ihre eigene Kultur"

Jürgen Mathuis ist Experte für Versicherungen im kirchlichen Bereich. Er kennt den Markt seit Jahren und setzt auf ethisch vertretbare Kapitalanlagen.

Vorstandssprecher Mathuis © Versicherer im Raum der Kirchen

Alter: 62
Arbeitgeber: Versicherer im Raum der Kirchen
Funktion: Vorstandssprecher
Ausbildung: Mathematik (Diplom), Versicherungswissenschaft

Die Blätter zur Berufskunde der Bundesagentur für Arbeit, die damals noch Bundesanstalt für Arbeit hieß, gaben Jürgen Mathuis Mitte der Siebzigerjahre den entscheidenden Anstoß. „Da stand, dass es bei Versicherungen immer einen Chefmathematiker im Vorstand gibt“, erinnert sich der 62-Jährige. Ein Studium, mit dem man Vorstand werden kann – das habe ziemlich gut geklungen. Ein Faible für Mathematik hatte Mathuis schon immer. „Mir gefällt dieses um die Ecke denken, trickreiche Beweisführungen und etwas zu durchdringen“, sagt er.

Seine ganze berufliche Laufbahn hat Mathuis bei Versicherungen gearbeitet. Seit 2003 ist er im Vorstand der Versicherer im Raum der Kirchen, seit 2010 Vorstandssprecher. Er habe nie in eine andere Branche wechseln wollen. Die Versicherer im Raum der Kirchen sind eine Gruppe von Versicherungsunternehmen, die auf den Bedarf von Kunden im kirchlichen Umfeld fokussiert sind. Verbände wie die Rummelsberger Diakonie, der Deutsche Caritasverband und die v. Bodel-schwinghschen Stiftungen Bethel gehören dazu. Über die Geschichte der Versicherer spricht Mathuis gerne. „Im Erzbistum Köln haben sich Pfarrer und Priester im 19. Jahrhundert zu Vorsorgevereinen zusammengetan“, erzählt er. Sie legten Geld für die Versorgung kranker Brüder zurück. „Es gibt in der Kirche also eine ganz eigene, historische Vorsorgekultur“, erklärt Mathuis weiter. Die Versicherer im Raum der Kirchen sind aus diesen Vereinen hervorgegangen. Sie kennen den besonderen Markt und die Menschen.

Auf eine Errungenschaft als Vorstandssprecher ist Mathuis besonders stolz: „Großen Spaß hat mir der Aufbau der ethisch nachhaltigen Kapitalanlage gemacht.“ Nach dem Crash 2007 und 2008 hätten viele Experten das Thema nachhaltiges Anlegen diskutiert. Die Versicherer im Raum der Kirchen seien die ersten ihrer Branche gewesen, die Handreichungen zur Frage, welche Kapitalanlagen nach der Soziallehre der Kirche vertretbar sind, konsequent in ihrer Kapitalanlage-Politik umgesetzt hätten. „Sie können da in vielen Punkten sauber sein, aber oft eben auch nicht, wenn zum Beispiel Kohle oder Kriegswaffen im Spiel sind“, erklärt Mathuis. Weltliche Kapitalanleger würden nach wie vor erst einmal fassungslos schauen, wenn man eine Shell-Aktie ausschließt.

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