Antje Hein

Fachkräfte besser ansprechen

Antje Hein unterstützt Sozialunternehmen mit ihrer Kommunikationsagentur. Viele reden an ihrer Zielgruppe vorbei, glaubt die Expertin.

Agentur-Chefin Hein © Medienzauber

Alter: 49
Arbeitgeber: Medienzauber
Funktion: Gründerin und Inhaberin
Ausbildung: Germanistik (Magister), Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft

Vor ein paar Jahren holte sich Antje Hein einen Berater an die Seite, mit dem sie ihre Kommunikationsagentur Medienzauber strategisch weiterentwickeln wollte. Mit der Unterstützung des Experten stellte sie fest, dass sie sich, ohne es gemerkt zu haben, auf soziale Organisationen spezialisiert hatte.

Die Initialzündung für diese unbemerkte Entwicklung war ein Auftrag der Caritas Berlin, den Hein 2008 bekam. „Es gab da eine große Fusion, der Verband hat sich neu aufgestellt und brauchte eine Imagebroschüre“, erzählt Hein. Sie hatte mit insgesamt 36 Einrichtungen der Caritas Berlin Kontakt und entdeckte so die Wohlfahrt als Geschäftsfeld. „Mit Kunden, die nicht aus dem sozialen Bereich kamen, hatte ich immer Probleme“, berichtet die 49-Jährige. Viele Unternehmen hätten Inhalte unwichtig gefunden und deshalb ungern Zeit und Geld dafür investiert. Beratung sei schwierig gewesen. Manche Webseiten seien schlicht nie fertig geworden.

Bevor die Germanistin 1998 Medienzauber gründete, arbeitete sie als Lektorin. „Im Studium habe ich gelernt, wie man Texte konzipiert und als Lektorin, wie man sie verkauft“, erklärt sie. Mit diesem Wissen hilft sie Sozialunternehmen. Viele seien es gewohnt, ihre Kompetenzen in den Vordergrund ihrer Kommunikation zu stellen. Das habe bisher gut funktioniert. „Aber im Hinblick auf den Fachkräftemangel müssen sie anders kommunizieren“, sagt Hein. Ihren Kunden rät die Agenturchefin, zielgruppenorientierter zu denken. Träger wie die Caritas würden auf ihren Webseiten eine sehr fachliche Sprache verwenden und von Konfession und Tradition schreiben. Das spreche Jugendliche nicht an. Junge Fachkräfte lesen diese Texte und würden das alles nicht sehr sympathisch und etwas vage finden, glaubt Hein. „Sozialunternehmen, die dringend Fachkräfte suchen, müssen sich in diese Zielgruppe hineinversetzen und sie besser ansprechen“, betont sie.

Die Arbeit von Heins Agentur hat sich bis ins Bundeswirtschaftsministerium herumgesprochen. Hein ist eine von 140 Vorbildunternehmerinnen im Rahmen des Programms ,Frauen unternehmen‘ des Ministeriums. Die Auszeichnung ist mit einem Ehrenamt gekoppelt. „Ich coache Frauen, die ein Unternehmen gründen wollen, und halte Vorträge zum Thema Strategie“, erklärt sie. Das Programm soll Frauen ermutigen und die Präsenz von Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit stärken.

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