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Arbeitsmarkt
Niedriglohnsektor soll nicht mehr wachsen
Die Entwicklungen am deutschen Arbeitsmarkt würden – bei aller momentanen Freude über die aktuellen Zahlen - zu positiv bewertet. Besonders der Niedriglohnsektor bereitet der AWO Sorgen.
BERLIN - Angesichts aktueller Zahlen und Meldungen zum Arbeitsmarkt in Deutschland werde klar, dass nach wie vor eine breite Debatte über den Niedriglohnsektor in Deutschland nötig sei, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Problematisch sei vor allem die Aussage, dass der vehemente Ausbau des Niedriglohnsektors dazu geführt habe, gering qualifizierte Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Studien belegten vielmehr, dass unter allen Niedriglohnbeschäftigten nur jeder fünfte gering qualifiziert ist und zwei Drittel der Betroffenen über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Dies deute eher darauf hin, dass inzwischen auch gut ausgebildete Menschen in den Niedriglohnsektor abrutschten, betont der AWO Bundesvorsitzende.
Jung und chancenlos
Vor allem junge Menschen hätten trotz guter Ausbildung zusehends schlechte Chancen auf einen auskömmlichen Job – und somit auch auf eine solide Alterssicherung. Angesichts der sich abzeichnenden ökonomischen Entwicklungen könnten sich die vermeintlich guten Zahlen bald in ihr Gegenteil verkehren und dann seien besonders jene vielen Menschen in schlecht bezahlten und atypischen Beschäftigungsverhältnissen die ersten, die ihren Job verlören ohne sozial gut abgesichert zu sein, sagt Stadler.



