Symposium Telemedizin

"Patientenkontakt darf nicht ersetzt werden"

Experten diskutierten die ethischen und rechtlichen Grenzen in der Telemedizin. Das Thema des Symposiums war „Selbstbestimmung, Sicherheit, Gerechtigkeit – Perspektiven einer Ethik für telemedizinische Anwendungen“.

Stellvertretender GVG-Vorsitzender Gregor Thüsing

BERLIN – Zum Symposium hatte der Wissenschaftliche Beirat der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und –gestaltung e.V. (GVG) eingeladen.

Ethische Probleme der Telemedizin

„Telemedizin soll den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzen und nicht ersetzen“, betonte Joachim Boldt, stellvertretender Institutsdirektor vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Telemedizin habe großes Potenzial. Sie führe zu mehr Selbstständigkeit der Patienten und Personalentlastung. Es dürfe aber nicht zu der dystopischen Vision einer anonymen Überwachung kommen, warnte Boldt.

Rechtliche Beschränkungen aufheben

„Bestehende rechtliche Beschränkungen müssen aufgehoben werden“, forderte Rechtsanwalt Philipp Kärcher. Insbesondere die ausschließliche Fernbehandlung durch Ärzte und Fernverordnung von Medikamenten müssten möglich sein. Dafür sei ein vereinheitlichter Rechtsrahmen nötig. In Baden-Württemberg gäbe es erste Ausnahmen für Modellprojekte, sagt Kircher. Insbesondere sollte es künftig möglich sein, Patientendaten an dritte weiterzugeben, die dann ebenfalls in die ärztliche Schweigepflicht eingebunden werden.

Anschließend an die Vorträge fand eine Podiumsdiskussion statt. Neben den Vortragenden diskutierten auch Stephan Pitum-Weber, Manager bei Boehringer Ingelheim Pharma, Eberhard Eichenhofer, Ko-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der GVG e.V. und Boris von Maydell, Abteilungsleiter Ambulante Versorgung beim Verband der Ersatzkassen e.V.

„Die Veränderungen, die mit der Digitalisierung einherkommen, müssen hingenommen werden“, stellte Eberhard Eichenhofer fest. Telemedizin sei eine Innovation, die man nicht mehr aufhalten könne. Rechtlich gäbe es dabei nicht den Anspruch die besten Rahmenbedingungen zu liefern, sondern die schlimmsten Störenfriede im Nachhinein zu ändern, meint Eichenhofer.

Datengenerierung nicht als primäres Ziel

Boldt warnte bei der Podiumsdiskussion davor, das Individuum nicht aus den Augen zu verlieren. „Digitalisierung und Big Data sind ein riesiger Trend, aber diese eins zu eins in die Medizin zu übernehmen ist gefährlich“, erklärte Bold. Daten sind für diese Innovationen wichtig. Datengenerierung dürfte aber nicht das primäre Ziel sein und muss gegenüber Patienten kenntlich gemacht werden.  rv

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