Tarifstreit

Diakonie Baden über Streik empört

Mit Empörung reagiert die Diakonie Baden auf Warnstreiks im eigenen Hause. Der evangelische Verband wirft Verdi vor, es sei ein einmaliger Vorgang, dass die Gewerkschaft Entscheidungen des höchsten deutschen Arbeitsgerichts missachte.

KARLSRUHE - Die Gewerkschaft versuche durch Druck Fakten zu schaffen, so Urs Keller, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Baden. Grund für die Aufregung ist ein Warnstreik in der Evangelischen Stadtmission Heidelberg, den die Gewerkschaft organsiert hat. „In seinem Urteil vom 20. November 2012 hat das Bundesarbeitsgericht den Dritten Weg und den kirchengemäßen Zweiten Weg ausdrücklich bestätigt. Diese müssen aber noch präzisiert werden“, so Keller.

Streik in Evangelischer Stadtmission

Das Diakonische Werk Baden wirft Verdi daher vor, das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zu ignorieren. Verdi Baden-Württemberg hatte zuvor die Evangelische Stadtmission Heidelberg zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Das hätte die Stadtmission jedoch, so die Diakonie, ablehnen müssen, da sie als Mitglied im Diakonischen Werk zum Abschluss von Tarifverträgen nicht befugt sei. Daraufhin hatte die Gewerkschaft zum Warnstreik in der kirchlichen Einrichtung aufgerufen.

Keller: Missfällige Urteile können nicht weggestreikt werden

Urs Keller hat dafür kein Verständnis: „Verdi kann offensichtlich nicht akzeptieren, dass das Gericht den Dritten Weg als Recht der Kirche grundsätzlich bestätigt hat. Dass Urteile, die einem nicht gefallen könnten, vor ihrer Begründung weggestreikt werden sollen, stellt eine den Rechtsstaat ignorierende Entwicklung dar.“

Verdi will gleiches Recht für alle

„Die Arbeitnehmer lassen sich nicht verbieten zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lohnbedingungen Tarifverträge zu fordern“, hält Günter Busch, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi, dagegen. Die Gewerkschaftsmitglieder in der Stadtmission wollten gleich behandelt werden wie andere Arbeitnehmer auch und verlangten gesicherte Arbeitsbedingungen und gute Einkommen, die sie im Notfall auch mit Streiks erkämpfen können.

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